DARIADARIA TRAVEL GUIDE TO ICELAND

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Erst einmal ein großes Sorry an euch: dieser Post ist längst überfällig. Ihr habt zwar gefühlt hundert Fotos von meiner Islandreise, mein Packvideoden Food Guide und Bericht zum Helikopterflug im April gesehen, diesen detailierten Guide bin ich euch aber noch schuldig. Ich muss gleich zu Beginn dieses Mini-Guides eines sagen: Island hat mich fasziniert. Ich war so berührt von der Schönheit dieser Insel, von der Landschaft, den Tieren. Island hat seither einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und ich kann es kaum erwarten wieder dort zu sein.

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Reisezeit

Island ist in den vergangenen Jahren SEHR touristisch geworden. Es kommen jährlich weitaus mehr Touristen ins Land, als es Einwohner gibt. Besonders die Sommermonate sind so beliebt, dass man sogar Campingplätze vorreservieren muss. Jedoch ist Wildcampen erlaubt, was es dann wieder etwas einfacher macht. Nachdem ich aber zu viele Touristen gar nicht aushalte, entschied ich mich für April. April ist perfekt, weil es bereits milder ist (wobei mild in Island eine andere Bedeutung hat, aber mehr dazu gleich), die Tage bereits länger (Sonne geht zwischen 20 und 21 Uhr unter, jedoch trotzdem noch genug Finsternis für Nordlichter) und nicht so viele Touristen unterwegs sind, was die Preise überall günstiger macht. Dazu muss man aber auch sagen, dass viele Ausflugsziele, wie zB. Eishöhlen ab Ende Mai geschlossen werden.

Der wärmste Tag unserer Islandreise war ein Tag, an dem es 10 Grad Celsius und Sonnenschein hatte. „So ist ein lauer Sommertag bei uns“ frohlockte ein Local, als wir mit ihm ins Gespräch kamen. Ich stand recht baff mit vier Schichten Funktionskleidung neben ihm. Sprich: in Island ist es auch im Sommer sehr frisch. Es kann schon mal 15 Grad Untertags haben, Nachts jedoch kühlt es beträchtlich ab. Was dazu kommt: es ist meist sehr windig. Als wir dort waren, hat es zwar 6 Grad im Durchschnitt gehabt, gefühlt sind es aber 0 Grad, wegen des Windes.

Die Route

Was die meisten Menschen machen, wenn sie nach Island reisen, ist die ganze Insel zu umrunden. Ich habe von einigen Menschen empfohlen bekommen jede Nacht woanders zu schlafen und die Umrundung in einer Woche zu machen. Wir hetzen uns aber nicht gerne auf Reisen und halten nix davon, eine Reise Checklisten-mäßig abzuhacken, vom Einem zum Nächsten zu rennen. Deswegen limitierten wir uns für diese erste Reise auf den Südwesten, die wohl touristischste Gegend und die Westküste. Wir haben 4 Nächte in Vik und 4 Nächte in Reykjavik verbracht, von dort dann Tagesausflüge gemacht.

Etappe 1: Flughafen Reyjkjavik – Vik

Etappe 2: Vik – Reyjkjavik

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Tagesausflüge von Vik

Jökursarlon: die Gletscherlague liegt ca. 2 Autostunden von Vik entfernt und liegt am Südrand des Vatnajökull beim Skaftafell-Nationalpark. Der Nationalpark ist ein beliebtes Ausflugsziel, aufgrund des vielen Schnees haben wir aber keine Wanderungen vorgenommen. Die Gletscherlagune ist sehr beeindruckend, aber auch sehr touristisch! Vor allem die Robben dort haben uns gefallen.

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Seljalandsfoss: den berühmten Wasserfall (davon gibt es ein paar in Island) haben wir am Weg vom Flughafen in Reykjavik direkt nach unserer Ankunft entdeckt und es war der perfekte Start unserer Reise. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus! Das “Pendant” zu Seljalandsfoss ist Skogafoss, die beiden liegen ziemlich nah aneinander.

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Black Sand Beach: der schwarze Strand in Vik ist wirklich beeindruckend! Hunderte Meter zieht sich der Strand entlang und es ist wunderschön dem Meer einfach beim Toben zuzusehen. Vor allem die Basaltformationen sind irre!

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Dyrhoaley: das Kap ist nicht weit von Vik entfernt. Es ist eine Vulkaninsel, die durch Gletscherläufe, Vulkanausbrüche, das aufgeschwemmte Neuland mit dem Festland verbunden hat. Die Wände dieser Vulkanruine ragen bis zu 120m steil empor, in den Wänden nisten viele Seevögel.

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Seljavallalaug: Island ist ein geothermales Paradies und somit gibt es viele heiße Quellen, die nur darauf warten, dass man in ihnen badet. Die berühmteste Thermalanlage ist die Blaue Lagune in Island. Wir haben uns aber gegen den Besuch dort entschieden, weil a) sehr teuer und b) megatouristisch. Stattdessen haben wir uns für eine authentischere Quelle entschieden. Seljavallalaug ist nahe der Straße 1 (die Ringstraße, die Island umrundet), dort parkt man das Auto und geht dann in etwa 20 Minuten zu dem Betonbecken, das in den 70er Jahren gebaut wurde. Dort waren verhältnismäßig wenige Touristen und es war wunderschön, nach der Wanderung untertags, in dem Becken zu baden.

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Tagesausflüge von Reykjavik

Golden Circle: die wohl beliebteste Touristenroute ist der goldene Ring. Es ist ein ca. 300km langer Loop um größere Touristenattraktionen und man kann die Strecke an einem Tag mit dem Auto abfahren. Meine Meinung: selbst im April zu viele Touristen. Klar, ich fand Strokkur und Geysir total beeindruckend, Gulfoss ist imposant und Pingvellir Nationalpark schön. Aber es macht keinen Spaß, wenn man mitten im Maßentourismus steckt. Ich habe an dem Tag übrigens kein einziges Foto gemacht, weil ich die “Attraktionen” so unsexy fand (aufgrund der ganzen Touristen).

Westküste: am Besten hat mir unser Tagestrip die Westküste entlang gefallen. Wir begegneten stundenlang keinem einzigen Auto, fuhren einige kleine Dörfer ab und waren die meiste Zeit mutterseelenallein – so wie ich mir Island immer vorstellte! Es war das krasse Gegenteil zum Golden Circle und genau mein Ding. Besonders gefallen haben mir die Wasserfälle Hraunfossar und Barnafoss, auch das nahe gelegene Dorf Husafell ist süß. Die Stadt Akranes hat ein alter Schiffswrack und zwei schöne Leuchttürme, ist aber nicht super aufregend.

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Whale Watching:  wir lehnen aufgrund unseres veganen Lebensstil jegliche Attraktion ab, die Tiere zur Schau stellt. Nach langer Recherche fanden wir aber ein Unternehmen, das “responsible whale watching” anbietet. Wir buchten die Tour online (ca. 60€ pro Person) und fuhren dann 2 Stunden die Westküste Richtung Norden entlang. Laki Tours arbeitet so, dass sie immer großen Abstand zu den Tieren halten und das Tier entscheiden lassen, ob es näher kommen möchte. Wenn man Tiere verantwortungsvoll und mit Abstand beobachten möchte, sollte man auch verstehen, dass es niemals eine Garantie für Sichtungen gibt und man nicht enttäuscht sein darf. Die Natur lässt sich nicht vorprogrammieren! Wir hatten das Glück eine Orca Herde inklusive Babies zu sehen und es war ein wunderschönes Erlebnis.

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Helikopterflug: zu unserem Helikopterflug könnt ihr hier den ausführlichen Bericht lesen.

Was wir leider nicht geschafft, aber gern gesehen hätte, ist Landmannalaugar, die farbige Bergwelt. Generell möchte ich euch auch abraten, organisierte Touren zu buchen. Man tendiert oft dazu alles planen zu wollen, im Endeffekt spart man sich aber Geld und Zeit, wenn man alleine erkundet.

 

Unterkünfte

Wir haben gesamt zwei Unterkünfte in Island gehabt, einmal das Iceland Air Hotel Vik und dann ein Airbnb in Reykjavik (falls ihr noch keinen Airbnb Account habt, klickt hier um 30€ Rabatt auf die erste Reise zu bekommen). Beide Unterkünfte waren hervorragend, wirklich schön, angenehm und relativ preiswert für Island. Ich kann euch beide Unterkünfte absolut empfehlen!

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Transport

Nach reiflicher Überlegung entschieden wir uns für den kleinsten 4×4 Wagen, der zu mieten war, nämlich einen Suzuki Jimmny. Im Nachhinein betrachtet sehe ich diese Entscheidung zwiespältig: zum Reisen war das Auto perfekt. Klein, aber trotzdem gut ausgestattet für Off-Roads und steinige Straßen. Andererseits hat dieses Modell wirklich einen hohen Treibstoffverbrauch. Vielleicht war es bloß der kleine Tank, aber wir haben gefühlsmäßig jeden Tag getankt, was etwas Übelkeit in mir auslöst, da ich versuche darauf zu achten, nur treibstoffarme Autos zu mieten. In den Sommermonaten kann man in Island sehr leicht per Autostopp reisen, sonst gibt es auch Busse. Im April wäre das weniger möglich gewesen, da Nebensaison.

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Nordlichter

Mein großer Traum war es immer schon mal, die Nordlichter zu sehen. Mindestens 500 Fotos und Videos von Nordlichtern habe ich mir in den vergangenen Jahren angeschaut, jedes steigerte meine Erwartungshaltung ins Unermessliche. Unwissend, wie ich war, dachte ich mir, dass man Nordlichter leicht und mit bloßem Auge sehr stark sehen kann. Falsch gedacht! Die meisten Fotos und Videos, die wir von Nordlichtern sehen, sind Langzeitbelichtungen. Sprich: die Kamera nimmt mehr auf, als das menschliche Auge und somit sind (die meisten) Nordlichter auf Fotos stärker wahrzunehmen. Ich war entsprechend enttäuscht und gleichzeitig belustigt, denn wieder einmal wurde mir bewusst: Bilder erzeugen immer eine gewisse Erwartungshaltung in uns und wir dürfen nicht alles glauben, was wir sehen. Nichtsdestotrotz möchte ich euch eine kleine Hilfestellung geben, wie ihr Nordlichter „jagen“ könnt. Wir haben in Island bloß einmal Nordlichter gesehen, leider nur so schwach, dass man es mit bloßem Auge kaum sehen konnte. Ich würde euch davon abraten eine Nordlicht Tour zu machen, weil diese wirklich viel Geld kosten und man alles, was diese Touranbieter machen, auch selbst machen kann.

– Voraussetzungen: je nördlicher der Breitengrad, desto eher die Chance die Aurora Borealis zu sehen. Die offizielle Zeit für Nordlichter ist in Island Oktober bis März, man hat aber auch im April ganz gute Chancen. Die großen Vorraussetzungen sind komplette Dunkelheit und ein sternenklarer Himmel (was meistens an sehr kalten Abenden der Fall ist). Sprich: wenn man im Sommer nach Island fährt, wird man keine Nordlichter sehen, weil es hell bleibt über Nacht. Bei uns war es zwar dunkel, jedoch waren immer die Wolken im Spiel. Auf Island kann sich das Wetter im Minutentakt ändern, was es schwierig macht, im Voraus zu planen. Wolken können binnen weniger Minuten den Himmel verdecken und genau so schnell wieder weg sein. Generell geht man davon aus, dass die stärkste Aktivität der Nordlichter zwischen Mitternacht und 3 Uhr Morgens ist. Natürlich kann das variieren – manchmal erscheinen sie um 22 Uhr, tanzen eine halbe Stunde und danach sieht man gar nix mehr. Die Aktivität der Aurora Borealis variiert aber auch von Tag zu Tag. Was man also mitbringen muss ist vor allem eines: viel Geduld (und warme Kleidung).

– Webseiten, die man vorab checken sollte:

gi.alaska.edu und aurora-service.eu: hier gibt es jeden Tag Auskunft über die Stärke der Aurora. Die Skala geht von 0 bis 9, je höher die Zahl, desto stärker die Aktivität. Auf dem geposteten Bild hatten wir eine Aktivität von 3.

en.vedur.ir: auf dieser Website gibt es eine Aurora Forecast und eine Cloud Cover Forecast. Vor allem letztere ist besonders wichtig, da Wolken die Chance auf Sicht gleich null setzen. Weiße Flecken bedeuten klarer Himmel, Dunkelgrün ist eine dichte Wolkendecke.

raunvisindastofnun.is: diese Seite zeigt die magnetische Aktivität rund um die Messstation in Reykjavik. Was hilft, ist wenn man die vertikale Amplitude der Z-Achse beobachtet. Wenn die Achse um Mitternacht herum beginnt heftig auszuschlagen, ist die Aktivität recht hoch.

Normalerweise haben wir am Abend gegen 18 Uhr die Webseiten angeschaut, um in etwa eine Prognose erstellen zu können. Doch wie vorher gesagt: es kann sich alles sehr schnell ändern und man hat nie eine Garantie.

– Fotoequipment: wenn man gute Fotos der Aurora machen möchte, sollte man zwei Dinge mitbringen. Eine Kamera, auf der man die Verschluß- bzw. Belichtungszeit manuell einstellen kann und ein Stativ. Wir haben  folgendes Foto mit einer Verschlußzeit von 20 Sekunden und einer Blende von 2.8 aufgenommen. Wichtig: fotografiert in RAW und nicht JPEG! So könnt ihr das Foto in der Postproduktion stark bearbeiten, jedoch ohne Qualitätsverlust. In der Nachbearbeitung habe ich bei diesem Foto Kontrast und Belichtung beträchtlich erhöht.

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Kleidung

Wie ihr bereits in meinem Packvideo gesehen habt, bin ich 14 Tage mit Handgepäck unterwegs gewesen. Es war die erste längere Reise, die ich ausschließlich mit Handgepäck angetreten bin, und ich bereute es keine Sekunde. Es war super so leicht zu reisen, vor allem, wenn man sich vorher etwas überlegt, was man braucht. Generell gilt für Island: leichte, dünne, aber wärmende Schichten. Als Schuhwerk reicht ein Paar gute Wanderschuhe vollkommen, vor allem wenn man viel unterwegs ist.

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Nützliches

Am Flughafen könnt ihr euch beim Supermarkt in der Ankunftshalle eine Isländische SIM Karte kaufen, kostet wenig und hilft beim Navigieren!

Wie immer gilt: falls ihr Fragen habt, einfach in den Kommentaren fragen! Ich freu mich natürlich auch immer über Feedback zu diesen detailierten Guides – wollt ihr mehr solcher Posts? Oder lieber nicht? 

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